31.08.2017

Verkehrsminister Hermann informiert sich über Grüne Logistik

Verkehrsminister Hermann besucht den Naturkostgroßhändler BODAN, um sich über Erfahrungen mit Grüner Logistik zu informieren. Das Überlinger Unternehmen erprobt und evaluiert neue nachhaltige Lösungen für den Lebensmitteltransport im täglichen Betrieb und will den Einsatz praxistauglicher Lösungen branchenweit vorantreiben.

 

Überlingen, 31. August 2017 | Am Mittwoch hat Verkehrsminister Winfried Hermann in Begleitung des grünen Landtagsabgeordneten Martin Hahn und des Bundestagskandidaten Markus Böhlen den Naturkostgroßhändler BODAN besucht. Das Überlinger Unternehmen, das mit einer eigenen LKW-Flotte Läden in ganz Süddeutschland mit Bio-Waren versorgt, erprobt und evaluiert neue Lösungen, die einen umweltschonenderen Lebensmitteltransport ermöglichen.

 

Der Verkehrsminister nutzte den Besuch, um Hybrid- und Gas-LKW live im Einsatz zu begutachten sowie Transportkühlungen, die anstelle von Diesel mit natürlichem CO2 aus einer Kohlensäurequelle arbeiten – allesamt Technologien, die den Ausstoß von CO2 und Stickoxiden massiv reduzieren.

 

„Wir erarbeiten gerade ein Güterverkehrs- und Logistikkonzept für Baden-Württemberg“, berichtete Winfried Hermann. „Ich finde es stark, dass Sie da solche Pionierarbeit leisten. Die Erfahrungen, die Sie heute schon im praktischen Einsatz mit alternativen Antriebstechnologien sammeln, liefern uns wertvolle Hinweise für die Ausgestaltung unseres Konzepts“, so der Minister. Er habe bei einem Besuch von Unternehmen „selten so viel gelernt“.

BODAN hat sich das Ziel gesetzt, bis 2020 die Treibhausgas-Emissionen (CO2e) des Fuhrparks aus der Verbrennung fossiler Kraftstoffe auf 0% zu reduzieren. „Wir wollen nicht nur, dass Bio-Ware im Einkaufskorb liegt, wir wollen, dass sie auch möglichst umweltschonend dort hingelangt“, beschrieb Geschäftsleiter Michael Beer die dahinterstehende Motivation. An die Politiker trug er den Wunsch heran, in die Behörden hineinzuwirken, um für mehr Offenheit gegenüber neuen Technologien zu werben, damit Genehmigungsverfahren, etwa zur Installation von Tanklagern für alternative Kraftstoffe, sich weniger lange hinzögen.

 

Nach Einschätzung von Fuhrparkleiter Steffen Wolf sind Technologien wie Gas- oder Hybrid-Antriebe sehr wohl reif für die Praxis. „Das zeigt der Einsatz im laufenden Betrieb“, unterstrich Wolf. Aber neben den Genehmigungsverfahren hake es oft beim Ausbau der Infrastruktur, die den flächendeckenden Betrieb ermögliche. Ein Beispiel: In Deutschland gebe es gerade einmal zwei Tankstellen für Flüssiggas-LKW (LNG), so dass die Fahrer oft im grenznahen Ausland tanken müssten. In Spanien, Italien und Großbritannien sei man da schon viel weiter. „Von politischer Seite sind klare Richtungsentscheidungen nötig, damit es mit dem Aufbau des Tankstellen- und Werkstattnetzes vorangehen kann“, ist Michael Beer überzeugt.

 

Bei der Neuanschaffung fallen für Gas- oder Hybrid-LKW allerdings auch rund 50.000 Euro höhere Kosten an, als für vergleichbaren Diesel-Modelle. „Steuerliche Vergünstigungen, die den positiven Umwelteffekten Rechnung tragen, würden es mehr Unternehmen und auch mehr Privatleuten möglich machen, sich für nachhaltige Alternativen zu entscheiden“, zeigte sich Michael Beer überzeugt. „Wenn wir allerdings mit der Einführung Grüner Logistik darauf warten, bis die Rahmenbedingungen perfekt sind, kommen wir zu langsam voran. Jeder kann heute schon etwas tun“, so Beer.