ProSpecieRara bei BODAN

Vielfalt schmeckt

Dieser Inhalt ist relevant für
Bio-LädenAnbauer + HerstellerKonsumenten

BODAN ist seit 2020 Partner im Projekt "Vielfalt schmeckt", zusammen mit der Non-Profit-Organisation ProSpecieRara und dem regionalen Großhandel Rinklin. Gemeinsam mit Bioläden, Restaurants, Verbraucherinnen und Verbrauchern bringen wir vom Aussterben bedrohte Gemüsesorten zurück auf die Felder. Seit Januar 2021 kommen auch Obst, Getreide, Saatgut und verarbeitete Produkte alter Sorten hinzu.

Unsere alten, seltenen Sorten, die für noch mehr Vielfalt in Bioläden sorgen, erkennen Sie am Gütesiegel "ProSpecieRara". Es sind Raritäten mit Charakter, die sich oft durch Besonderheiten in Farbe, Wuchsform oder Geschmack auszeichnen. Dazu gehören z.B. die rot-weiß geringelte Bete "Tonda di Chioggia", die Feinschmecker-Zwiebel "Höribülle", die kugelrunde Zucchini "Tondo di Piacenza" oder der "Seestermüher Zitronenapfel".

Inzwischen gibt es bei BODAN auch schon einige verarbeitete Produkte, die das Gütesiegel "ProSpecieRara" tragen dürfen. Dazu gehört z.B. ein aromatischer Verjus aus Bodensee-Streuobst und eine Höribülle-Grünkern-Creme, die den feinen Geschmack der Höri-Bülle aufs Brot bringt. Weitere verarbeitete Produkte werden folgen.

Wenn Sie sich für ProSpecieRara-Sorten und -Produkte entscheiden, leisten Sie einen Beitrag zum Erhalt traditioneller Kulturpflanzen und der Biodiversität. Denn was gegessen und nachgefragt wird, wird angebaut und bleibt somit erhalten.

Mehr zum Projekt "Vielfalt schmeckt"

Raritäten mit Charakter

Wir wollen die traditionellen Sorten nicht nur wegen ihres guten Geschmacks anbieten und weil sie besondere Vielfalt auf den Teller bringen. Der Erhalt des genetischen Materials ist immens wichtig, da hiermit neue Sorten gezüchtet und Anpassungen an den Klimawandel sowie auftretende Krankheiten vorgenommen werden können.Sascha DamaschunGeschäftsführer der BODAN GmbH

Sascha Damaschun, Geschäftsführer der BODAN GmbH

Qualität von besonderem Wert

"ProSpecieRara" steht den Erhalt gefährdeter Kulturpflanzen

  • Die Organisation ProSpecieRara zeichnet seltene und gefährdete Sorten mit dem gleichnamigen Gütesiegel aus, wenn diese klar definierten Kriterien entsprechen. Darüber hinaus sammelt ProSpecieRara Wissen und Informationen zu den Sorten und gibt diese an Interessierte weiter.
  • Zu den Kriterien für die Auszeichnung gehören z.B. Herkunft, Alter der Sorte und Seltenheitswert.
  • Das Gütesiegel kennzeichnet alte, selten gewordene Kulturpflanzensorten sowie aus diesen Sorten hergestellte Produkte. Dazu gehören Ackerpflanzen, Beeren, Gemüse, Kartoffeln, Kräuter, Obst, Reben, Weiden und Zierpflanzen.
  • Mit dem ProSpecieRara Gütesiegel werden außerdem Menschen und Betriebe ausgezeichnet, die sich für den Erhalt und die Förderung von gefährdeten Kulturpflanzensorten einsetzen.

An diesem Gütesiegel erkennen Verbraucher:innen im Bioladen die traditionellen samenfesten Sorten und aus ihnen hergestellte Produkte.

FAQ

  • Woran erkenne ich "ProSpecieRara"-Sorten bei BODAN?

    Diese Sorten erkenn ich

    • im Online-Shop am "ProSpecieRara"-Logo in der ersten Spalte
    • im Tagesfrische-Angebot an der Kennzeichnung "Vielfalt schmeckt - ProSpecieRara Sorte"
    • im Bio-Laden an den Kistenecken oder den kleinen "ProSpecieRara"-Aufsteckern an den Obst- und Gemüse-Preisschildern
  • Gibt es eine Liste aller alten, seltenen Sorten?

    Eine erste Übersicht zu alten, vom Aussterben bedrohten Sorten, die das Gütesiegel "ProSpecieRara" tragen, bietet der Sortenfinder, auf der Webseite von ProSpecieRara Deutschland.

    Zum Sortenfinder

    Im Sortenfinder ist allerdings nur ein Bruchteil aller ProSpecieRara-Sorten aufgeführt. Er soll nur einen ersten Eindruck von der großen Vielfalt geben, die mittlerweile nur noch die Wenigsten kennen.

    Zudem gibt es über die von ProSpecieRara erhaltenen Sorten hinaus viele weitere seltene Kulturpflanzensorten, einige davon sind vom Aussterben bedroht. Einen Überblick zu diesen Sorten bietet die "Rote Liste der Kulturpflanzen in Deutschland". Sie wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts entwickelt von der Humboldt-Universität Berlin in Kooperation mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

    Die Rote Liste enthält über 2.500 Einträge. Die hier gelisteten Sorten sind allesamt heimisch in Deutschland, gefährdet im Sinne von keinem oder sehr geringem Anbau und haben keinen Rechtsstatus. Letzteres bedeutet, dass sie keinen Sortenschutz und keine Sortenzulassung mehr haben. Einige der Sorten, denen sich auch ProSpecieRara angenommen hat, sind ebenfalls auf der Roten Liste zu finden.

    Zur Roten Liste
  • Wer steht hinter "ProSpecieRara"?

    "ProSpecieRara" ist eine Non-Profit-Organisation. Sie wurde 1982 in der Schweiz gegründet, um gefährdete Kulturpflanzensorten und Nutztierrassen vor dem Aussterben zu bewahren. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit einem schweizweiten Netzwerk aus ehrenamtlichen Sortenbetreuer:innen und Züchter:innen, mit verschiedenen Institutionen und dem Bund.

    2011 wurde die deutsche Schwesternorganisation als gemeinnützige ProSpecieRara gGmbH Deutschland mit Sitz in Freiburg gegründet. Mittlerweile gibt es ein Deutschland ein weiteres Büro in Sachsen.

    2005 wurde das Gütesiegel "ProSpecieRara" eingeführt. Als erstes Label für die Biodiversität von Kulturpflanzen und Nutztieren wurde es zu einem wichtigen Meilenstein in der Erhaltungsarbeit.

  • Welche Kriterien muss eine Kulturpflanzensorte für die Zertifizierung erfüllen?

    Sorten, die in das Erhaltungsprogramm von ProSpecieRara aufgenommen werden sollen, müssen die folgeneden Kriterien erfüllen:

    • Alter
    • Seltenheit (hierzu werden u.a. Rote Listen, Anbaustatistiken, Baumschul- oder Saatgut-Kataloge zu Rate gezogen)
    • Samenfestheit (relevant für Sorten, die über Saatgut vermehrt werden)
    • Kulturhistorischer Bezug zu Deutschland
    • Besondere, erhaltenswerte Eigenschaften wie Geschmack, Optik, Robustheit im Anbau oder Verarbeitungseigenschaften

    Bei unklaren Fällen werden die verschiedenen Faktoren gegeneinander abgewogen und innerhalb des ProSpecieRara-Teams eine gemeinsame Entscheidung gefällt.

    Laufend werden weitere Sorten aufgenommen, die von ProSpecieRara aufgespürt oder von Aktiven an ProSpecieRara herangetragen werden.

  • Wie läuft die Zertifizierung eines verarbeiteten Produkts ab?

    Verarbeitete Produkte können dann mit dem ProSpecieRara-Gütesiegel ausgezeichnet werden, wenn sie aus ProSpecieRara-Sorten hergestellt werden. Bei Mischprodukten muss diejenige ProSpecieRara-Komponente, welche die Hauptidentität des Produktes ausmacht, zu 80% gütesiegelkonform sein. Dies wird über eine Dokumentation und jährliche Meldung des verarbeitenden Betriebs an ProSpecieRara sichergestellt.

  • Wie läuft die Zertifizierung eines Betriebes ab?

    Betriebe, die sich für die Erhaltung und die Förderung von ProSpecieRara-Sorten einsetzen, können das Gütesiegel beantragen.
    Auf dem Antragsformular müssen sie angeben, mit welchen Pflanzensorten (aus den Kategorien Ackerpflanzen, Beeren, Gemüse, Kartoffeln, Kräuter, Obst, Reben, Weiden und Zierpflanzen) sie arbeiten und aus welcher Quelle diese stammen.
    Wenn die genannten Sorten, deren Herkünfte und die Arbeitsweise den Richtlinien von ProSpecieRara entsprechen, wird das Gütesiegel vergeben. Wie es eingesetzt werden darf, regelt ein Vertrag zwischen der Organisation und dem Betrieb.
    Die Auszeichnung kann jedes Jahr nach Prüfung eines entsprechenden Antrags verlängert werden.

    Die Kontrolle der Richtlinien erfolgt wie folgt:

    1. Selbstdeklaration der Gütesiegel-Betriebe und jährliche Meldung an ProSpecieRara.
    2. Stichproben durch ProSpecieRara (Einfordern von Belegen und/oder Betriebsbesuche).
  • Was haben Anbaubetriebe davon, wenn sie ProSpecieRara-Sorten kultivieren?
    • ProSpecieRara-Sorten bringen meist geringere Erträge pro Fläche als modernere Neuzüchtungen. Dafür zeichnen sie sich aber oft durch Besonderheiten in Geschmack, Farbe und Form aus und gelten dank ihres Charakters als Spezialitäten, die das Obst- und Gemüse-Angebot bereichern.
    • Viele Verbraucher:innen sind bereit, für solche Raritäten einen Aufpreis zu bezahlen.
    • Durch die Vermarktung von seltenen Sorten können Betriebe sich mit einem zusätzlichen Alleinstellungsmerkmal profilieren, da diese Sorten eben nicht in jedem Supermarkt erhältlich sind.
    • ProSpecieRara-Sorten, die über Saatgut vermehrt werden, sind samenfest. Das ermöglicht den Anbaubetrieben die erneute Aussaat aus der Ernte heraus (Nachbau). Das macht sie unabhängiger gegenüber Saatgutkonzernen und fördert Standort-angepasste Sorten.
  • Wie kann ich als Privatperson helfen, bedrohte Kulturpflanzen zu retten?
    • Alte und seltene Sorten im Restaurant und im Laden nachfragen und genießen. Denn was konsumiert wird, wird angebaut und bleibt erhalten.
    • Im eigenen Hausgarten selbst alte Sorten anbauen, Saatgut daraus gewinnen und verbreiten. ProSpecieRara vermittelt gerne die dazu nötigen Informationen und bietet Samenbaukurse an.
    • ProSpecieRara mit einer Fördermitgliedschaft oder Spende unterstützen.

"ProSpecieRara" in Ihrem Bio-Laden

Nutzen Sie das Gütesiegel "ProSpecieRara", um sichtbar zu machen: Wir bieten bewusst besondere Raritäten an. Gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden wollen wir einen Beitrag zum Erhalt alter, seltener Sorten leisten und die Vielfalt auf dem Teller bereichern.

Das könnte Sie auch interessieren