11.06.2026

EU-Weichenstellung zu Neuen Gentechniken (NGT)

BODAN unterstützt die Kampagne "Geschwärzte Zutaten"

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Bio-LädenAnbauer + HerstellerKonsumenten

Mitte Juni entscheidet das EU-Parlament über eine Weichenstellung zu gentechnisch veränderten Pflanzen. Durch die geplante EU-Verordnung, mit der Kennzeichnungspflicht und Risikoprüfung bei neuen genomischen Techniken entfallen können, sieht der Überlinger Naturkostgroßhandel BODAN das Vorsorgeprinzip missachtet, Transparenz und Wahlfreiheit für Verbraucher:innen gefährdet und die Rechtssicherheit für landwirtschaftliche Betriebe bedroht.

Überlingen, 11.06.2026 | Die EU steht kurz vor einer großen Weichenstellung zur Deregulierung Neuer Gentechnik. Am 17. Juni entscheidet das EU-Parlament über die neue Verordnung zu Pflanzen aus neuen genomischen Techniken (NGT).

Mit dieser Verordnung werden bestimmte gentechnisch veränderte Organismen aus dem Gentechnikrecht herausgenommen und damit etwa von der Pflicht zur Risikoprüfung und Kennzeichnung befreit. Gleichzeitig wird das EU-Parlament auch darüber entscheiden, ob Patente auf genetische Merkmale, die natürlich vorkommen oder durch konventionelle Züchtung entstehen können, ausgeschlossen oder erlaubt werden. Bereits am 15. Juni versammelt sich der Ausschuss für Umwelt, Klima und Lebensmittelsicherheit (ENVI) in einer Sondersitzung, um über mehr als 30 vorliegende Änderungsanträge zur Verordnung zu beraten und einen Beschlussvorschlag für die Abstimmung im Parlament zu formulieren.

Geplante Veränderungen

Bisher hat eine verpflichtende Kennzeichnung und strenge Risikoprüfung dazu geführt, dass NGTs in Europa und vor allem Deutschland quasi keine Rolle spielen. Sollte der aktuelle Gesetzesvorschlag durchkommen, bedeutet dies u.a.

  • dass gentechnisch veränderte Pflanzen künftig – ohne Risikoprüfung – angebaut und in Umlauf gebracht werden dürfen, was dem Vorsorgeprinzip mit Blick auf Mensch und Ökosystem widerspricht und die Anforderungen des Cartagena-Protokolls zur UN-Biodiversitätskonvention unterläuft.
  • dass mit NGT gewonnene Zutaten nicht mehr gekennzeichnet werden müssen, auch nicht auf Lebensmittelverpackungen, sodass sie für Verbraucher:innen nicht mehr erkennbar sind. So wird ihnen die Freiheit genommen, selbst zu entscheiden, ob sie Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Pflanzen essen möchten oder nicht.
  • dass Bäuer:innen, Gärtner:innen und Züchter:innen bisherige Schutzmöglichkeiten vor der Verunreinigung ihres Saatguts und ihrer Ernten mit NGT entzogen werden.
  • dass Anbauenden überdies patentrechtliche Folgen drohen, wenn durch Patente geschützte, gentechnisch veränderte Pflanzen, z.B. durch windgetragenes Saatgut, auf ihre Felder gerät (wie weit das gehen kann, zeigte der Rechtsstreit zwischen Monsanto und Percy Schmeiser in Kanada).
  • dass es Bio-Patente für natürlich vorkommende Pflanzeneigenschaften geben kann, also bisher freies Saatgut patentrechtlich geschützt wird und damit der Zugang zu wichtigen Ressourcen für Züchter:innen und die Ernährungssicherung eingeschränkt wird.

Wahlfreiheit braucht Transparenz

Für uns ist klar: Wahlfreiheit braucht Transparenz! Gentechnisch veränderte Pflanzen müssen wie bisher in der gesamten Wertschöpfungskette gekennzeichnet bleiben. Verbraucher:innen sollen wissen, wie ihre Lebensmittel produziert wurden.Sascha Damaschun.Geschäftsführer BODAN Großhandel für Naturkost GmbH

Daher unterstützt BODAN die Kampagne „Geschwärzte Zutaten“ von Demeter und vielen anderen Verbänden wie Bioland, Naturland, Biokreis und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft gegen die geplante Lockerung des EU-Gentechnikrechts.

Wir appellieren an die Abgeordneten, die die Interessen der Verbraucher:innen, der Landwirtschaft und der Lebensmittel-Unternehmen in Baden-Württemberg vertreten, Norbert Lins, Marie-Sophie Lanig, Andreas Schwab, Andrea Wechsler und ihre Kolleg:innen: Stimmen sie gegen den Gesetzesentwurf. Setzen Sie sich ein für Transparenz, für eine Risikoprüfung gemäß dem Vorsorgeprinzip, für einen fairen Rechtsrahmen für Landwirte mit Haftung nach dem Verursacherprinzip und für den Verzicht auf Patente auf Pflanzeneigenschaften, die den freien Zugang zu wichtigen Ressourcen für die Ernährung der Zukunft gefährden.Sascha DamaschunGeschäftsführer BODAN Großhandel für Naturkost GmbH
Weitere Informationen zur Kampagne "Geschwärzte Zutaten"

BODAN Großhandel für Naturkost

Seit bald 40 Jahren versorgt BODAN selbstständige Hof- und Naturkostläden mit Bio-Waren – von frischem Obst und Gemüse über Fleisch-, Käse- und Molkereiprodukte bis hin zu Kosmetik. Unser Pioniergeist ist dabei heute lebendiger denn je. Mit dem Ziel Wertschöpfungskreisläufe partnerschaftlich zu gestalten, verbinden wir Akteur:innen vom Acker bis zum Teller. Als Öko-Großhändler transportieren wir nicht nur ihre Waren. Wir sind auch Werte-Botschafter und Entwicklungspartner – für Lieferant:innen, Kund:innen und Regionen.