Echt alte Sorten bei BODAN

Vielfalt auf Feld und Teller

Dieser Inhalt ist relevant für
Bio-LädenAnbauer + HerstellerKonsumenten

Unsere alten, seltenen Sorten, die für noch mehr Vielfalt in Bioläden sorgen, erkennen Sie an der Auszeichnung 'Echt alte Sorte". Es sind Raritäten mit Charakter, die sich oft durch Besonderheiten in Farbe, Wuchsform oder Geschmack auszeichnen. Dazu gehören z.B. die rot-weiß geringelte Bete 'Tonda di Chioggia', die Feinschmecker-Zwiebel 'Höribülle', die kugelrunde Zucchini 'Tondo di Piacenza' oder der 'Seestermüher Zitronenapfel'.

Raritäten mit Charakter

Wir wollen die traditionellen Sorten nicht nur wegen ihres guten Geschmacks anbieten und weil sie besondere Vielfalt auf den Teller bringen. Der Erhalt des genetischen Materials ist immens wichtig, da hiermit neue Sorten gezüchtet und Anpassungen an den Klimawandel sowie auftretende Krankheiten vorgenommen werden können.Sascha DamaschunGeschäftsführer der BODAN GmbH

Sascha Damaschun, Geschäftsführer der BODAN GmbH

FAQ

  • Gibt es eine Liste aller alten, seltenen Sorten?

    Eine erste Übersicht zu alten, vom Aussterben bedrohten Sorten bietet der Sortenfinder, auf der Webseite von ProSpecieRara.

    Zum Sortenfinder

    Im Sortenfinder ist allerdings nur ein Bruchteil aller alten, seltenen Sorten aufgeführt. Er gibt also nur einen ersten Eindruck von der großen Vielfalt, die mittlerweile nur noch die Wenigsten kennen.

    Viele weitere seltene Kulturpflanzensorten, die vom Aussterben bedroht sind, finden sich u.a. in der 'Roten Liste der Kulturpflanzen in Deutschland'. Sie wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts entwickelt von der Humboldt-Universität Berlin in Kooperation mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

    Die Rote Liste enthält über 2.500 Einträge. Die hier gelisteten Sorten sind allesamt heimisch in Deutschland, gefährdet im Sinne von keinem oder sehr geringem Anbau und haben keinen Rechtsstatus. Letzteres bedeutet, dass sie keinen Sortenschutz und keine Sortenzulassung mehr haben.

    Zur Roten Liste
  • Woran erkenne ich 'Echt alte Sorten' bei BODAN?

    Diese Sorten erkenne ich

    • im Online-Shop an der Kennzeichnung 'Echt alte Sorte' in der ersten Spalte
    • im Tagesfrische-Angebot an der Kennzeichnung 'Echt alte Sorte'
    • im Bio-Laden ggf. an der entsprechenden Kennzeichnung durch das Bioladen-Team
  • Welche Kriterien erfüllt eine 'Echt alte Sorte' bei BODAN?

    Eine Sorte, die bei BODAN als 'Echt alte Sorte' gekennzeichnet ist, erfüllt folgende Kriterien:

    • Alter
    • Seltenheit (hierzu werden u.a. Rote Listen, Anbaustatistiken, Baumschul- oder Saatgut-Kataloge zu Rate gezogen)
    • Samenfestheit (relevant für Sorten, die über Saatgut vermehrt werden)
    • Besondere, erhaltenswerte Eigenschaften wie Geschmack, Optik, Robustheit im Anbau oder Verarbeitungseigenschaften
    • Kulturhistorischer Bezug zu Deutschland (nicht zwingend)
  • Was haben Anbaubetriebe davon, wenn sie alte, seltene Sorten kultivieren?
    • Seltene, alte Sorten bringen meist geringere Erträge pro Fläche als modernere Neuzüchtungen. Dafür zeichnen sie sich aber oft durch Besonderheiten in Geschmack, Farbe und Form aus und gelten dank ihres Charakters als Spezialitäten, die das Obst- und Gemüse-Angebot bereichern.
    • Viele Verbraucher:innen sind bereit, für solche Raritäten einen Aufpreis zu bezahlen.
    • Durch die Vermarktung von seltenen Sorten können Betriebe sich mit einem zusätzlichen Alleinstellungsmerkmal profilieren, da diese Sorten eben nicht in jedem Supermarkt erhältlich sind.
    • Echt alte Sorten aus dem Angebot von BODAN, die über Saatgut vermehrt werden, sind samenfest. Das ermöglicht den Anbaubetrieben die erneute Aussaat aus der Ernte heraus (Nachbau). Das macht sie unabhängiger gegenüber Saatgutkonzernen und fördert Standort-angepasste Sorten.
  • Wie kann ich als Privatperson helfen, bedrohte Kulturpflanzen zu retten?
    • Alte und seltene Sorten im Restaurant und im Laden nachfragen und genießen. Denn was konsumiert wird, wird angebaut und bleibt erhalten.
    • Im eigenen Hausgarten selbst alte Sorten anbauen, Saatgut daraus gewinnen und verbreiten.
    • Initiativen durch Spenden oder ehrenamtliches Engagement unterstützen, z.B. den Kultursaat e.V., das Keyserlingk-Institut, den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft oder die Initiative SaatgutBildung in der Bodenseeregion.

2020-2023: Projekt 'Vielfalt schmeckt' mit 'ProSpecieRara'

Von 2020 bis 2023 war BODAN Partner im Projekt 'Vielfalt schmeckt', zusammen mit der Non-Profit-Organisation 'ProSpecieRara' und dem regionalen Großhandel 'Rinklin'. Im Rahmen dieses Projekts haben wir gemeinsam mit Bioläden, Restaurants und Verbraucher:innen vom Aussterben bedrohte Gemüse-, Obst- und Getreidesorten zurück auf die Felder gebracht, die mit dem Gütesiegel "ProSpecieRara" gekennzeichnet waren.

Hinzu kamen Saatgut sowie verarbeitete Produkte, die ebenfalls das Gütesiegel 'ProSpecieRara' tragen durften. Dazu gehört z.B. ein aromatischer Verjus aus Bodensee-Streuobst, die 'Kleine Schwarze' Belugalinse vom Bodensee und eine Höribülle-Grünkern-Creme, die den feinen Geschmack der Höri-Bülle aufs Brot bringt.

Seit Jahreswechsel 2023/2024 verzichten wir darauf, alte Sorten in unserem Obst- und Gemüseangebot mit dem Gütesiegel 'ProSpecieRara' auszuzeichnen, weil das Projekt 'Vielfalt schmeckt' zum Jahresende 2023 ausgelaufen ist, und weil die Organisation 'ProSpecieRara' sich aus Deutschland zurückzieht und ihre Aktivitäten auf ihr Ursprungsland Schweiz konzentriert.

Da wir uns auch weiterhin für den Erhalt alter Sorten einsetzen, versehen wir diese seit Jahresanfang 2024 mit der Kennzeichnung 'Echt alte Sorte'.

Mehr zum Projekt "Vielfalt schmeckt"

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